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Vampster.com - Bretthart Open Air 2005
Im Anschluss machte sich ein wenig Verwirrung unter den Zuschauern breit. Eigentlich wären jetzt die Gothic-Metaller LACRIMAS PROFUNDERE an der Reihe gewesen, doch ließen das Aufgebot auf der Bühne und der Grundsonor des Soundchecks alles andere als darauf schließen. Was anfangs nur als Gerücht durch die Runden gegangen war, sollte sich also bewahrheiten: Da LACRIMAS... nicht mehr rechtzeitig den Weg ins Badener Limbach gefunden hatten, wurden die Münchner Death-Thrasher COMMANDER, die eigentlich den Festivalsamstag eröffnen sollten, einfach vorgezogen. Und dies sollte sich als ziemlich lukrativ erweisen, denn während der charttaugliche Gothic Metal nach dem begeisternden ENTOMBED-Gig wohl gnadenlos untergegangen wäre, profitierten COMMANDER genau von der Stimmung, mit welcher die Schweden eine knappe Stunde zuvor von der Bühne gegangen waren.Obwohl die Band und ihre coole Thrash-/Death-Mischung den meisten Besuchern noch völlig unbekannt waren, ließen sich die Leute recht schnell vom Dargebotenen mitreißen und es zeigten sich auch zu später Stunde noch vereinzelte Headbanger vor der Bühne. Und dort gab es einiges zu sehen, denn neben einer sehr dynamischen und abwechslungsreichen Setlist lieferten die Musiker eine energische Performance ab: Sänger und Klampfenmann Nick Kolar machte den Eindruck, als sei er eins mit dem Mikrofon und wirkte nebenbei nicht zuletzt durch seine oberlässige Haltung wie ein verkappter James Hetfield, auch wenn sein kerniger Gesang die Vocals des METALLICA-Fronters völlig an die Wand bläst! Ein weiterer Augenschmaus war natürlich Bassistin Birgit Öllbrunner, die in erster Linie den Tieftönerpart bei den Folk-Goten MIDNATTSOL übernimmt und nicht nur die wohl hübscheste Person auf dem gesamten Festival markierte, sondern mit ihrem eleganten Headbanging und graziöser Performance auch richtig Fahrt in die Bühnenpräsenz des Quartetts brachte. Etwas schneller als bei Carmen Elise Espanæs und Co. zu Werke, prügelte sich die Musikerin durch wirklich begeisternde Bolzer wie "Modern Slavery" oder "Dead but Alive - Chaper II", verteilte jede Menge akustischer Faustschläge bei "Save Ones Own Heart" und drückte kurzzeitig auf die Tränendrüse ("Drowned in Sorrow"). Man mag eigentlich gar nicht glauben, dass der Monitorsound auf der Bühne tatsächlich so matschig gewesen sein soll, jedenfalls agierten COMMANDER über weite Strecken des Abends hochgradig professionell, sodass ich mir sicher bin, dass aus diesen Jungs noch etwas werden könnte - hat man erst einmal einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht. Wer schon einmal mithelfen möchte, sollte sich einfach mal die Demosongs auf der offiziellen Homepage herunterladen!