REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Wie viele Metal-Firmen hat sich auch das bayerische Label Bad Lands Records dazu entschlossen, am 06.06.06 eine infernalische Scheibe auf die Menschheit loszulassen. Dabei handelt es sich um das Debütalbum der Münchner Band COMMANDER. Dieses hört auf den Namen "World's Destructive Domination" und wird geziert von den Wolkenkratzern einer Großstadt im gleißend rot-gelben Licht einer verheerenden Explosion. Typisch Death Metal, könnte manch einer in Anbetracht dieser Vorzeichen meinen, und damit liegt er goldrichtig, wenn auch neben klassischem Todesblei ein guter Schuss Thrash Metal im Cocktail unserer Kommandanten gelandet ist.
So brettert der Opener 'Modern Slavery' in gehobenem Midtempo mit extrem thrashlastigen Riffs und einigen merklich drückenden Bassläufen von Birgit Öllbrunner aus den Boxen. Der Einstieg zu 'MDD' ist gar noch ein gutes Stück flotter, und auch 'Save One's Own Hide' schlägt in eine sehr thrashige Kerbe. All das mag die Vermutung nahe legen, dass der COMMANDER-Sound sich in gewisser Weise der Göteborg-Schule oder gar dem Metalcore annähern würde, doch das ist - aus meiner Sicht zum Glück - nur ein Stück weit der Fall. Die Gitarrenarbeit von Nick Kolar und Steffen Augstein ist nur selten übermäßig hektisch und auch nicht zu sehr auf melodische Leads fixiert. Das unbarmherzig walzende Element, das etwa BOLT THROWER oder GRAVE auszeichnet, ist durchaus oft spürbar, und das ist eben in Sachen Death Metal eher meine Baustelle. Man höre dazu besonders Stücke wie 'Disharmony' oder 'The Attic'. Die Soli erheischen Aufmerksamkeit und der eine oder andere Refrain geht unmittelbar ins Hirn, so dass die Band auch kompositorisch schon am Anfang ihrer Karriere einiges an Klasse beweist. 'Cowards' legt mit interessanten Becken-Spielereien und erneut recht thrashigen Riffs los, geizt dabei aber nicht mit guten Hooks im Gitarrenbereich. Dennoch ist es vor allem Schlagzeuger Willy Kraut, der hier Akzente setzt.
Während viele Stücke eher kurz gehalten sind, setzen mit 'Drowned In Sorrow' und dem zweiteiligen Titelstück zwei der Highlights auf ein ausladenderes Grundgerüst. Begegnen uns beim Ersteren zunächst schleppende Riffs, teilweise fast doomige Atmosphäre und eindrucksvolle Heaviness, die von Nick Kolars extrem finsteren, aber durchaus verständlichen Growls sehr gut unterstützt wird, so geht der erste Teil des Letzteren wieder richtig ab, um dem erneut groovigeren zweiten Teil den Grund zu bereiten. Die volle Thrash-Kante fahren die Kameraden dann bei 'Salvation For A Dead World', doch kommen hier auch die ersten experimentelleren Ansätze zum Zuge, die besonders im clean gesungenen Refrain zu Tage treten und ein bisschen was KREATOR-artiges anklingen lassen. Allgemein ist Kolars Gesang ein echter Trumpf der Band. Zusätzlich zu seinen intensiven Growls streut er an manchen Stellen auch einige cleane Passagen ein, die gerade dadurch besonders gut wirken, dass sie eben nicht das ganze Album durchziehen und eben kein viel zu oft gehörtes Standard-Wechselspiel der Stimmen erzeugen. Der dreiteilige Rausschmeißer 'Dead But Alive' zieht zum Abschluss noch ein mal alle Register und legt stampfend, sowie recht melodisch und eingängig los, mündet in ein Zwischenstück mit cleanen Gitarren und ebenfalls cleanem Gesang, bevor der dritte und letzte Teil der Platte modern und leidenschaftlich den Garaus macht. Hier zeigt sich die Band von einer völlig anderen Seite, die zunächst ein wenig deplatziert wirkt, aber schon bald voll überzeugen kann.

Fazit:
"World's Destructive Domination" ist eine sehr gute und dabei nicht mal unbedingt alltägliche Death-Metal-Scheibe, die etliche tolle Songs aufbieten kann, dazu ziemlich abwechslungsreich gestaltet wurde und weder kompositorische noch instrumentale oder klangliche Schwächen offenbart. Für anspruchsvolle Death-Metal-Fans der nicht ganz extremen Spielart fraglos eine lohnende Investition.

Anspieltipps: Modern Slavery, Save One's Own Hide, World's Destructive Domination, Salvation For A Dead World, Dead But Alive