REVIEW
 
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Commander-World's Destructive Domination

Commander ist eine Formation aus meiner Gegend, deren Mischung aus "Bay Area Thrash und Skandinavischem Death Metal" des Öfteren in den regionalen Krachbuden zu hören ist. Das erste Mal hab ich sie als Vorgruppe der doch recht bekannten Disillusion gesehen, wo sie mich wirklich begeistern konnten. Dementsprechend gross war meine Freude als ich ihr Debüt-Album "World's Destructive Domination" endlich in meinem CD-Schacht stecken konnte um ihrer Musik nun auch in den eigenen vier Wänden lauschen zu können. Im Laufe der nächsten dreiviertel Stunde verflüchtigte sich die Freude jedoch zusehends und wich einer kleinen Enttäuschung. Doch fangen wir mit den positiven Aspekten dieses Werks an. Die Produktion ist für eine Untergrund Truppe wirklich hervorragend, so dass sie nicht einmal Vergleiche mit den ganz Grossen zu scheuen braucht. Die Gitarren klingen gut voll, die starke Stimme des Sängers kommt schön zur Geltung, lediglich das Schlagzeug hätten für meinen Geschmack einen Tick lauter sein können, trotzdem hier wurde wirklich klasse Arbeit geleistet. Auch die Gitarrenarbeit ist positiv zu bewerten, da man hier nicht das Gefühl hat, dass man einfach irgendwelche Riffs gedankenlos aneinander gereiht hat, sondern hier passt wirklich jeder Riff zu seinem Vorgänger und Nachfolger. Selbst die Soli wirken nicht willkürlich eingestreut, sondern passen sich gut dem Gefüge an. Einige Lieder machen auch wirklich Spass, wie zum Beispiel das an den Occult Klassiker "Feel the Blade" erinnernde "Salvation for a Dead World" oder das brutal nach vorne stürmende "MDD".

Leider gibt es neben den wirklich guten Stücken auch einige Lückenfüller die wie ein sanfter Sommerwind an mir vorbei wehen ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen und mit "Drowned in Sorrow" und "Disharmony" haben sogar zwei Lieder den Weg auf Album gefunden die mir richtig auf die Nerven gehen. Ersteres versucht mit gedrosselter Geschwindigkeit eine melancholische Stimmung zu erzeugen (für eine Death / Thrash-Truppe sowieso ein sehr ehrgeiziges Ziel) und versagt dabei. "Disharmony" ist eigentlich kein schlechtes Lied, leider hört man hier jedoch das hin und her Gerutschte auf dem Griffbrett sehr deutlich heraus und der Refrain ist nur noch grausam.

Man bekommt auf "World's Destructive Domination" also einige gute, einige mittelmässige und leider auch zwei schlechte Lieder zu hören. Im Vergleich findet man hier trotzdem mehr Hörenswertes, als bei einem Grossteil der Konkurrenz. Wahrscheinlich bin ich einfach mit zu hohen Erwartungen an dieses Album herangegangen, aber acht Punkte sind auf alle Fälle vertretbar, was laut Definition ein "überdurchschnittliches Album mit Abstrichen" ist.